Aktuelles

Karl Marx, Oswald von Nell-Breuning und Joseph Höffner im Vergleich

Mit gleich drei berühmten FWG-Abiturienten beschäftigte sich Prof. em. Dr. Dr. Wolfgang Ockenfels, vormals Lehrstuhlinhaber für christliche Sozialwissenschaften an der Theologischen Fakultät Trier, am 25. Juli 2018 in einem gut besuchten Vortrag im Museum am Dom. Dass die Gemeinsamkeiten zwischen dem Sozialrevolutionär Karl Marx (Abitur 1835) und seinen beiden Konabiturienten Nell-Breuning (Abitur 1908) und Höffner (Abitur 1926) überwiegend äußerlicher Natur seien, machte Ockenfels von Anfang an klar. 

Dr. Corinna Dräger, Prof. em. Dr. Dr. Ockenfels und die Museumsmitarbeiterin Kirstin Mannhardt

Tatsächlich setzten sich die beiden katholischen Priester und Sozialethiker Nell-Breuning und Höffner stets für eine evolutionäre und sozialreformerische Entwicklungsperspektive hin zu einer sozialen Marktwirtschaft ein, während bei Marx die Vorstellung einer gewaltsamen revolutionären Umwälzung mit dem erwünschten Resultat einer Diktatur des Proletariats das perspektivische Denken dominierte. Laut Ockenfels hat bei Höffner die Verbindung von sozialer Gerechtigkeit mit sozialer Liebe und von Christentum und Menschenwürde eine zentrale Rolle gespielt; er habe damit das Zweite Vatikanum und die päpstliche Lehrmeinung in der Nachkriegszeit beeinflusst.

 

Die Frage nach einer gerechten Wirtschaftsordnung und einer sozialen Bändigung des entfesselten Kapitalismus beschäftigte auch zeitlebens den Jesuiten Nell-Breuning, dessen prägenden Einfluss auf die päpstliche Sozialenzyklika „Quadragesimo anno“ von 1931 Ockenfels hervorhob. Zwar habe Marx bereits 1848 im „Kommunistischen Manifest“ einen visionären Blick auf den weltweit agierenden Kapitalismus entwickelt, jedoch hätten Nell-Breuning und vor allem Höffner (der spätere Kardinal und Erzbischof von Köln) vorwärtsweisende Gedanken zu einem weltweiten gerechten Ausgleich entwickelt - in einer immer stärker globalisierten Welt ebenfalls visionäre Gedanken.

 

Rudolf Müller

Der katholische Anti-Marx

Vortrag über Oswald von Nell-Breuning in der Stadtbibliothek

Prof. Dr. Michael Embach, Dr. Corinna Dräger, Prof. em. Dr. Hans Günter Hockerts, Oliver Brand

Das Verhältnis von Oswald von Nell-Breuning (FWG-Abiturient 1908) zu Karl Marx stand im Zentrum eines sehr gut besuchten Vortrags von Prof. em. Dr. Hans Günter Hockerts (Abitur 1963) am 4. Juni 2018 im Lesesaal der Stadtbibliothek Trier.

 

Der Zeithistoriker Hockerts beschrieb Nell-Breuning als den „Nestor“ der katholischen Soziallehre im 20. Jahrhundert mit großem Anklang bei Sozialpolitikern und Gewerkschaften in der frühen Bundesrepublik Deutschland. Der Jesuit Nell-Breuning habe Karl Marx überwiegend als „Irrlehrer“ angesehen, so Hockerts, und insbesondere dessen kämpferischen Atheismus, seine Vorstellung vom historischen Materialismus und seine eingeschränkte Sichtweise auf den Staat als Komplizen der kapitalistischen Ausbeuter nachdrücklich abgelehnt.

 

Im Gegensatz zu Marx sei es Nell-Breuning nicht um einen revolutionären Umsturz der kapitalistischen Verhältnisse, sondern um eine Reform der Marktwirtschaft mit dem Ziel einer Sozialpartnerschaft von Arbeitgebern und Gewerkschaften gegangen. Dabei standen die paritätische Mitbestimmung der Arbeitnehmer in den großen Unternehmen und eine veränderte Vermögensverteilung in Form des Investivlohnes für Nell-Breuning ganz oben an. Auch für die dynamische Rente von 1957 habe er sich eingesetzt, so Hockerts, der Nell-Breuning als heute immer noch anregenden Sozialethiker qualifizierte.

Rudolf Müller

Wo Marxens Ahnen ruhen

Führung über den jüdischen Friedhof an der Weidegasse in Trier-Süd

Peter Szemere, der sich als evangelischer Christ durch seine Bildungs- und Öffentlich-keitsarbeit sehr für die jüdische Gemeinde Triers engagiert, führte im Rahmen des diesjährigen Wiedersehenstreffens am 26. Mai 2018 knapp 40 Abiturjubilare ver-schiedener Altersstufen sowie spontan hinzugestoßene Anwohner der angrenzenden Gilbertstraße und Weidegasse über den alten jüdischen Friedhof in Trier-Süd.

Angefangen beim Begräbnis- und Trauerritual erklärte er den interessierten Teilnehmern in der rund eineinhalbstündigen Führung über das 3481 Quadratmeter große Gelände die verschiedenen Grabsteintypen und -formen, deren Symbolik und Beschriftung. Zudem stellte Szemere Gräber bekannter jüdischer Gemeindemitglieder vor - darunter die Begräbnisstätten des Urgroßvaters und Großvaters väterlicherseits von Karl Marx (1818-1883), Schüler des FWG von 1830-1835.
 

Dr. Corinna Dräger

Neuer Vorstand gewählt

Verein der Ehemaligen mit komplett neuem Team

Der neue Vorstand: Oliver Brand, Christian Jöricke, Dr. Corinna Dräger und Arnt Finkenberg

Der Verein der Ehemaligen hat einen neuen Vorstand: Bei der Mitgliederversammlung am 26. Mai 2018 wurde Corinna Dräger zur neuen Vorsitzenden gewählt. Christian Jöricke übernimmt die Geschäftsführung. Komplettiert wird das Team durch Oliver Brand als Schatzmeister und Arnt Finkenberg als Schriftführer.

 

Corinna Dräger und Arnt Finkenberg sind damit nicht mehr Mitglied im Beirat. Neu hineingewählt wurden die ehemaligen Vorstandsmitglieder Christian Hank und Dr. Peter Schüller. Die ehemalige Geschäftsführerin Mechthild Ludwig und der ehemalige Vorsitzende Rainer Richarts sind neue Ehrenmitglieder im Beirat.

Der beklaute Marx

Vortrag über das Findbuch des neuen FWG-Archivs

Anlässlich der Präsentation des neuen Findbuches zum Archivbestand des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums, welcher als Depositum im Stadtarchiv Trier verwahrt wird und dort zur Nutzung offensteht, hielt der wissenschaftliche Bearbeiter Dr. Wolfgang Hans Stein (Foto Mitte) am 24. Mai 2018 im Foyer des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums einen vielbeachteten Vortrag zum Thema „Der beklaute Marx“.

 

Es ging dabei um den Verbleib der Abiturarbeiten und schulischen Begleitunterlagen des FWG-Abiturienten Karl Marx von 1835, die in den 1920er Jahren für dokumentarische Zwecke der Marx-Forschung aussortiert wurden und dann in den 1930er Jahren verschollen sind. Dr. Stein konnte anhand von Belegstücken aus dem FWG-Archiv nachweisen, dass die Marx-Dokumente sich zuletzt im Besitz des SPD-Vorstands zu Berlin befanden und wahrscheinlich für die Einrichtung eines Karl-Marx-Museums in Trier, dessen Eröffnung für den 14. März 1933 geplant war, vorgesehen waren.

 

Durch die Beschlagnahmung des Karl-Marx-Hauses durch die Nationalsozialisten im Gefolge der Machtergreifung Hitlers 1933 gingen auch die Originale der Abiturarbeiten von Karl Marx verloren und existieren nur noch in Gestalt einer 1925 angefertigten Verfilmung, die in einem Moskauer Archiv ruht. Eine spannende archivalische Kriminalgeschichte.

Rudolf Müller

Aktuelle Veranstaltung:

WIEDERSEHENSTREFFEN 2018

am Samstag, dem 26. Mai 2018

mit den Abiturjahrgängen 1958, 1968, 1978, 1988, 1993, 1998, 2008 und 2013.

Verein der Ehemaligen

des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums Trier e.V.

 

z.Hd. OStR' a.D. Mechthild Ludwig

Olewiger Straße 2     ·      54295 Trier
E-Mail : info@fwg-ehemaligenverein.de

 

 

Trier, den 04. Mai 2018

 

Mitgliederversammlung des Vereins am 26. Mai 2018

12.00 Uhr, Raum 207 im FWG

 

 

Tagesordnung:

 

1.     Begrüßung durch den Vorsitzenden

        Bericht der Geschäftsführerin

 

2.     Bericht des Schatzmeisters

 

3.     Bericht des Kassenprüfers

 

4.     Aussprache

 

5.     Entlastung des Vorstandes

 

6.     Nachwahl des Vorstandes

 

7.     Nachwahl zum Beirat - Ehrenmitgliedschaft

 

8.     Nachwahl des Kassenprüfers

 

9.     Anträge

 

10.   Termin "Wiedersehenstreffen 2019"

 

11.   Bericht der Schulleiterin/Unterstützungswünsche der Schule

 

12.   Verschiedenes

 

Rainer Richarts

- Vorsitzender -

Tagesordnung - Mitgliederversammlung
Mitgliederversammlung des Vereins am 26. Mai 2018 12.00 Uhr, Raum 207 im FWG
Mitgliederversammlung TO 2018.pdf
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Kontakt

Verein der Ehemaligen
des FWG Trier e. V.

 

Postfach 1107
54321 Konz

E-Mail:

info[at]fwg-ehemaligenverein.de

 

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